Zwischenfrüchte: eine Investition in die Zukunft


Früher blieben Äcker zwischen den Hauptkulturen (z. B. vor und nach dem Anbau von Weizen oder Kartoffeln) oft leer. Heute werden viele der Ackerflächen ganzjährig bepflanzt.

Zwischenfrüchte, die – wie der Name schon sagt – zwischen zwei Hauptkulturen angebaut werden, erweitern die Fruchtfolge von Landwirt*innen und werten diese auf. Die Aussaat der Zwischenfrucht erfolgt kurz nach der Ernte der Hauptfrucht – mindestens aber sechs Wochen bevor die nächste Hauptfrucht bestellt wird. 

Bei Zwischenfrüchten setzen Landwirt*innen oft auf Leguminosen (z. B. Erbsen, Bohnen oder Kleegräser). Es kommen aber auch Sonnenblumen oder Senf in Frage. Die Pflanzen werden in der Regel nicht geerntet, sondern in den Boden eingearbeitet. Durch die Nährstoffe, die so im Boden bleiben, tun Landwirt*innen dem Boden etwas Gutes. Bis 2023 wurden Landwirt*innen für den Anbau von Zwischenfrüchten mit der Greening-Prämie der EU (Direktzahlungen für Umweltmaßnahmen) belohnt. Seit diesem Jahr ist die Bodenbedeckung in Teilen verpflichtend. Das muss aber nicht immer die Aussaat einer Zwischenfrucht bedeuten, sondern kann zum Beispiel auch die Abdeckung des Bodens mit gehäckseltem Stroh nach der Getreideernte sein. 

Der Boden profitiert in vielerlei Hinsicht von Zwischenfrüchten:

  • Zwischenfrüchte lockern mit ihren Wurzeln den Boden auf. Gerade wenn Landwirt*innen Pflanzen mit Pfahl- und Büschelwurzeln kombinieren, schaffen sie mit einem tiefen und weitreichenden Wurzelwerk eine gute Bodenstruktur. 
  • Zwischenfrüchte fördern ein vielfältiges, mikrobielles Leben. Dies ist entscheidend für den Humusaufbau. So wird auch die Fruchtbarkeit des Bodens durch den Anbau von Zwischenfrüchten verbessert.
  • Zwischenfrüchte speichern CO2 und halten Nährstoffe im Boden. Kommt es bei Niederschlägen sonst zu Auswaschungen – im schlechtesten Fall kann Nitrat bis ins Grundwasser gelangen – werden die Nährstoffe im Boden gehalten. Es kommt außerdem zu weniger Bodenerosionen bei Niederschlägen oder Wind.
  • Auch Nährstoffe in tieferen Bodenschichten werden durch das Wurzelwerk der Zwischenfrüchte zugänglich gemacht.
  • Unkräuter werden mit Zwischenfrüchten unterdrückt. 
  • Einige Zwischenfrucht-Sorten (z. B. Gelbsenf oder Ölrettich) können durch Resistenzen zur biologischen Schädlingsbekämpfung dienen. 


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